Man hat sie „abgeholt“. Vor 70 Jahren, am 18. Oktober 1941, wurden 1.089 jüdische Kinder, Frauen und Männer in einem „Osttransport“ vom Bahnhof Grunewald in Richtung Ghetto Litzmannstadt deportiert. Diesem „Osttransport“ folgten unzählige weitere bis zum Kriegsende nach Theresienstadt, Auschwitz, Warschau, Piaski, Sobibor, Riga, Kowno, Minsk und Malyj Trostenez. Dieses „Abholen“, in Wahrheit waren es von den Nazis angeordnete fast 55.000 Verschleppungen, diente dem Ziel Berlin „judenfrei“ zu machen.
Und jeder dieser „Osttransporte“ begann auf dem Gleis 17 im Bahnhof Grunewald; es ist jetzt seit knapp 20 Jahren Gedenkstätte und die Berliner treffen sich dort regelmäßig, um an diese Verbrechen zu erinnern.
Dem Aufruf der Veranstalter, die jüdische Gemeinde zu Berlin, der Berliner Senat und das Bezirksamt von Charlottenburg-Wilmersdorf, folgten gut tausend Berliner, darunter viele Mitglieder der Berliner LINKE, die im Anschluss an die bewegenden Reden weiße Rosen am Gleis 17 ablegten.
(Text: Rolf, Bilder: Rolf + Marlene)