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Zum Tode von Konstantinos Papanastasiou

8.2.1937 - 21.11.2021

Er war Musiker und Schauspieler, Gastgeber und Freund, Humanist und Kämpfer für Menschenrechte und die Idee einer gerechten Gesellschaft. Im Alter von 84 Jahren ist Konstantinos Papanastasiou, Kostas wie wir ihn kannten, von uns gegangen. Er hinterlässt eine Lücke in uns, in unserer Gesellschaft und in Berlin.

Es gibt Menschen, die treffen wir zum ersten Mal und sind überzeugt davon, sie schon lange zu kennen. Kostas war so. Ein bekanntes Gesicht, ein markanter Schauspieler und charaktervoller Musiker. Die Vertrautheit, die Verbindlichkeit im Umgang, auch mit für ihn Fremden war ein Wesenszug, der in jedem grundsätzlich das Vertrauen auslöste, das der Freund entgegenbringt.

Dort wo Solidarität gefragt war, wo Unterdrückte gestützt werden mussten, wo es darum ging, sich tatkräftig für Gerechtigkeit einzusetzen, dort war Kostas der aufrechte einsatzstarke Linke, der die Sache über sein Ego stellte.

Aber Kostas war zuallererst Künstler, Kulturschaffender, der selbst als Schauspieler und Musiker agierte und in seinem Lokal „Terzo Mondo“, das er über vierzig Jahre führte, anderen Kulturschaffenden eine Plattform bot. In jeder Hinsicht grenzenlos öffnete Kostas seine Bühne für Musik von Folk bis Jazz, seine Gaststätte für Ausstellungen und seine Räume für Diskussionsforen und Versammlungen. Ja, und gutes Essen war auch eine seiner Passionen.

Wer erinnert sich nicht an einfühlsame wie hitzige, manchmal grantige aber nie unüberbrückbare Diskussionen, in denen es um die grundlegenden gesellschaftlichen Zusammenhänge geht oder aber um Internationalismus oder um kulturelle und künstlerische Emanzipation und Partizipation ging.

Und jeder mochte Kostas auf seiner kleinen Bühne mitten im Lokal mit seiner schroffen Gitarre seine mal roh geschnitzten mal lieblichen griechischen Lieder singen hören. Alle seine Lieder spiegelten etwas von der Sehnsucht eines jeden Menschen nach Geborgenheit, Geselligkeit und der in der Kollektivität geborenen Individualität wider – so man will, der Nukleus einer gerechten solidarischen Gesellschaft, in der die eigene Freiheit sich an den Bestrebungen des nächsten misst.

Wir trauern um einen wichtigen Kulturschaffen und verneigen uns vor einem großen Freund.

Kostas, Du fehlst uns, wir kämpfen weiter auch in Deinem Sinne.

Αντίο, αγαπητέ φίλε

Der Bezirksvorstand der Partei DIE LINKE. Charlottenburg-Wilmersdorf