Bürgerinitiative Schoelerschlösschen
Rainer Wittek
Sprecher der BI Schoeler-Schlösschen:
Kulturpolitik wird (wieder) gemacht – es geht voran?
10 Jahre Dilettanten-Kulturpolitik sollen in Berlin zu Ende gehen. Wurde Kulturpolitik als Orchideenthema abgetan, das der Bürgermeister so neben her von einem Staatssekretär erledigen ließ, so soll sich das jetzt ändern mit der Wahl von Klaus Lederer von den Linken zum Kultursenator.
Berlin pumpte viel Steuergeld in die repräsentativen „Leuchttürme“ und plante vergeblich Kunsthallen, Landesbibliotheken und Festivals oder gibt mal eben fast eine halbe Milliarde für die Sanierung einer Oper aus. Der freien Kulturszene mit ihren über 10.000 Künstler*innen blieben da nur Brosamen. Wegen zu geringer Haushaltsmittel sind die bezirklichen Kulturverwaltungen bemüht, den unzulänglichen Bestand lediglich zu erhalten.
Exemplarisch für diese verfehlte Politik ist der Umgang mit der BI Schoeler Schlösschen, die sich seit anderthalb Jahren mit über 1.300 Bürger*innen dafür engagiert, diese Situation in Wilmersdorf zu beenden und „Kultur für alle“ in einem selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen zu realisieren. Das stieß auf erheblichen Widerstand der Kulturverwaltung und der Grünen, nach dem Motto, wir sind nur offen für Bürgerinitiativen, die uns nahe stehen.
Der unzeitgemäße Umgang mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie mit Querulanten muss umgehend beendet werden, sonst wird die Zustimmung zu den regierenden Parteien weiter abnehmen.
Lederers starke Sprüche
Aber jetzt geht es voran. Klaus Lederer hat auch schon ein paar starke Sprüche rausgehauen:“Wir wollen die Stadt den Menschen zurückgeben, die hier wohnen. Dazu gehört auch eine intensive Bürgerbeteiligung! Wir wollen die Bürger als Partner begreifen!" Wenn die erstarkte Fraktion der Linken in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf dies als Grundlage für Ihre Tolerierung beherzigt, lässt sich auch die Zählgemeinschaft Rot Grün überzeugen.
Die Verdoppelung der Mittel der Bezirkskulturfonds, die bezirkliche kulturelle Infrastruktur verbessern, Investitionen in Kulturhäuser der freien Szene und einen selbstverwalteten (!) Kulturfond u.v.m. Versprechen aus dem Wahlprogramm der Linken. Maßnahmen, die von unserer BI seit Langem gefordert werden.
Vielfalt statt Leitkultur
Seit Gründung der ersten selbstverwalteten Soziokulturellen Zentren in den 70er Jahren, sind Stadtentwicklung, Austausch mit Menschen anderer Kulturen und Inklusion wesentlicher Bestandteil ihres Kulturprogramms. Mit der interkulturellen Öffnung, der nationalen und internationalen Vernetzung sind sie vielen anderen Kulturinstitutionen einen deutlichen Schritt voraus.
Über 500 selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren in Deutschland sind einem erweiterten Kulturbegriff verpflichtet. Prinzip „Vielfalt“ statt normierter Deutschtum-„Leitkultur.“
Integration findet in den Bezirken statt, wo Geflüchtete und Vertriebene in das nachbarschaftliche Leben eingebunden werden. Kulturelle Integration beugt der drohenden sozialen Spaltung der Gesellschaft vor. Deshalb ist es vorrangig, dass Klaus Lederer die Kulturinfrastruktur der Bezirke verbessert. Die große gesellschaftliche Aufgabe „Integration“ muss gelingen, wenn wir die freiheitliche Demokratie und humanistischen Werte erhalten und weiterentwickeln wollen.
Kulturelle Stadtentwicklung
Aber nicht nur in der Kulturpolitik muss ein „Systemwechsel“ vollzogen werden.
Für fortschrittliche Stadtplaner in den Metropolen ist Kultur längst integraler Bestandteil der Stadtentwicklung. Auch die Berliner Stadtentwicklungspolitik muss diesen Paradigmenwechsel vollziehen, hin zu einer kulturellen Stadtentwicklung. Soziokultur ist dabei ein wichtiger Standortfaktor und Grundlage für die Lebensqualität eines Bezirks.
Es ist zu hoffen, dass Katrin Lompscher, die neue Stadtentwicklungs-Senatorin der Linken, in Abstimmung mit Klaus Lederer diesen integralen Ansatz umsetzt. Hoffen können auch die engagierten Bürger*innen von Wilmersdorf, da Katrin Lompscher zu den 1.300 Unterstützerinnen unserer BI gehört.
Das selbstverwaltete Kulturzentrum Schoeler-Schlösschen will Raum für soziales Leben, für Kommunikation und kulturellen Austausch schaffen. Als kulturell/kommunikativer Mittelpunkt wäre es eine nachhaltige Investition in die urbane Zukunft Wilmersdorfs, so wie es von den täglich mehr werdenden Unterstützer*innen unserer BI gewollt wird.
Wie die Tage in einem selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen ablaufen könnten, wird unter „Schoesch-Tage“ auf www.schoelerschloesschen.de erzählt.
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Wann wird den Zwangsarbeitern des Bezirksamtes ihre Geschichte zurückgegeben?
1945 war Berlin mit Zwangsarbeiterlagern übersät, auch unser Bezirk: Schon Ende 1942 gab es in Wilmersdorf und Charlottenburg 65 Lager mit 11.000 Zwangsarbeitern. Die meisten von ihnen waren in Festsälen, Hotels, Gaststätten, Fabrikschuppen, Schulen usw. untergebracht, so daß die deutsche Bevölkerung ihnen überall begegnete.
Viele Zwangsarbeiter wurden in der Kriegsindustrie eingesetzt, außerdem auf dem Bau und bei der Reichsbahn, in Arztpraxen, Handwerksbetrieben, Kirchen und sogar Privathaushalten. Und auch in den Bezirksämtern: „Der ausserordentliche Mangel an männlichen Arbeitern hat dazu gezwungen, Kriegsgefangene, Ausländer und sogar Juden einzusetzen“, stellte der Kriegsverwaltungsbericht des Bezirksamtes Wilmersdorf bereits 1941 fest.
Auf Hinweis des „Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit“ konnte in einem Bericht des Gesundheitsamtes Wilmersdorf die Wilhelmsaue 40 als Standort des Zwangsarbeiterlagers des Bezirksamts Wilmersdorf identifiziert werden.
Historische Verantwortung des Bezirksamtes
Seit Januar 2015 ist das Bezirksamt darüber informiert. Wie ist es damit umgegangen? Hat es akzeptiert, daß es seine Aufgabe ist, die historische Verantwortung für das Unrecht seiner Vorgänger zu übernehmen und vor Ort an die mißbrauchten Zwangsarbeiter zu erinnern?
Zuerst gab man die Angelegenheit an die Gedenktafelkommission ab. Man hat nie von Ergebnissen gehört.
Im Mai 2016 zog das Bezirksamt dann die Angelegenheit an sich und fragte bei „Dokumentationszentrum“ und „Berliner Geschichtswerkstatt“ (BGW) an, ob die beiden renommierten Einrichtungen zur Zwangsarbeit im Bezirk forschen könnten.
Die BGW antwortete im August, das Dokumentationszentrum im Oktober; beide Antworten wurden bisher nicht veröffentlicht. Das ist mit Bezug auf die Zwangsarbeiter der Wilhelmsaue brisant, da die BGW dem Bezirksamt mitgeteilt hatte, „dass es keinen Zweifel daran gibt, dass das Bezirksamt Zwangsarbeiter in eigener Regie beschäftigt hat und dass schnellstmöglich an der Wilhelmsaue eine Gedenktafel angebracht werden sollte“.
Das Bezirksamt ist in der Pflicht
Es war richtig, dieses Anliegen an sich zu ziehen. Aber dann die Bestätigung der Forschungsergebnisse und die dringende Empfehlung zum Gedenken zu verschweigen, deutet darauf hin, daß die Erinnerung an die Zwangsarbeiter des Bezirksamts noch lange auf sich warten lassen könnte (die Erforschung des gesamten Bezirks sowieso, da weder die beiden Institutionen dafür Kapazitäten übrighaben noch das Bezirksamt Geld). Oder wird das neue Bezirksamt dieses Anliegen nun endlich für wichtig ansehen und
Das Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers heute „schnellstmöglich an der Wilhelmsaue eine Gedenktafel“ anbringen? Es ist nach 72 Jahren jedenfalls höchste Zeit, dieses erinnerungspolitische Versagen zu beenden.
Übrigens: Auch das Bezirksamt Charlottenburg hatte ein Zwangsarbeiterlager in der Nithackstraße 8-10. Hierzu wurden noch keine Untersuchungen eingeleitet.
Michael Roeder
Ausführlichere Informationen findet man hier:
http://blog.klausenerplatz-kiez.de/archive/2017/01/02/den_zwangsarbeitern_ihre_geschichte
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Nachlese:
Marktwirtschaft statt Kapitalismus !
nach der Lektüre dieses Buchs von Sahra Wagenknecht ist diese Parole kein Widerspruch mehr.
Unter dem Titel "Reichtum ohne Gier, wie wir uns vor dem Kapitalismus retten" führt die bekannte Fraktionsvorsitzende DER LINKEN aus, was der Kapitalismus nach landläufiger Meinung sein soll, aber schon lange nicht mehr ist: eine Marktwirtschaft, in der Unternehmer*innen mit Tatkraft und innovativen Ideen, unterstützt von ihrer Hausbank, überhaupt die Chance bekommen, auf dem Markt zu bestehen.
Aber auch die anderen Märchen über den Kapitalismus – wie wir ihn kennen – werden als pure Ideologie entlarvt.
Die angeführten Fakten sprechen für sich. In der Weise, wie Wagenknecht sie ausführt, dürfte im Grunde der Rückgriff auf diese Märchen zur erbaulichen Veranschaulichung unserer gegenwärtigen Ordnung nur noch im Kasperletheater oder in der Comicshow Wirkung zeigen.
Leider ist dem nicht so. Leute, ganze Institutionen, die eigentlich ernst genommen werden wollen, reden von der Überlegenheit des Marktes gegenüber staatlicher Regulierung, bewundern den Siegeszug der Produktivkraftentwicklung im Kapitalismus, loben die Risikobereitschaft der Kapitaleigner. Mit diesen Vorurteilen räumt Sahra Wagenknecht gründlich auf.
Was bleibt ist das Bild einer Marktwirtschaft, das ab und zu noch schwach unter der Dunstglocke der Marktbeherrschung und –Steuerung der globalen Kapitaleigner-Clans hervor scheint.
Diese Verkehrung der üblichen Sichtweise kann man sich Stück für Stück, für ganze Branchen und in seiner Entwicklung über längere als nur die Nachkriegszeiten anhand dieses Buches erarbeiten. Die Lektüre ist nicht schwer. Einiges wussten wir. Die Mosaiksteinchen zum neuen Bild und Blick auf diesen Kapitalismus sind bekannt. Sie müssen nur zusammen gesteckt werden.
Zu lesen lohnt das Buch allemal, weil man gleich noch die wichtigsten Erkenntnisse aus der Jahrhundert-Arbeit von Thomas Piketty ' Das Kapital im zwanzigsten Jahrhundert' mitbekommt. Das letztere Werk vollständig zu lesen, bedarf schon ziemlich nachhaltiger Motivation. Nichtsdestotrotz sind seine Ergebnisse, die S.W. an vielen Stellen nutzt, einfach zu wichtig für die Demontage des Popanz 'Kapitalismus' und dem zugeordneten Dogma: ".. auch wenn er schlecht ist, etwas Besseres gibt es nicht!"
Wagenknechts Schilderungen des Verhältnisses 'Eigentum' über Jahrhunderte hinweg ist äußerst lehrreich. Desgleichen zur Entwicklung und Funktion von Geld, Kapital und Kapitalgesellschaften.
Die weitere Produktivkraftentwicklung durch die Digitalisierung deutet sie zum Glück nur an. Prophetie ist nicht ihre Sache. Allerdings diskutiert sie die Veränderung der Verhältnisse, die durch die (fast) kostenlos verfügbare Ware 'Information' geschaffen werden. Quelle des Reichtums ist ihr nach wie vor die individuelle Schöpferkraft und Arbeit. Sie sieht deren Bedrohung durch eine überwältigende Tendenz der Digitalisierung der Arbeitskraft verbunden mit ihrer Verlagerung in Billiglohnländer.
Professionalität kann in einer 'unsäglichen Ikeakultur' ihrer Ansicht nach untergehen.
Völlig überflüssig unterstellt sie in einer Nebenbemerkung den Anhängern des bedingungslosen Grundeinkommens, dieser Tendenz Vorschub zu leisten.
Unabhängiges Wirtschaftseigentum: Innovativ, sozial, individuell …
Der letzte Teil ihres Buches ist sehr konkret, aber auch sehr gewagt, weil sie dort die nötigen Schritte für einen Umbau dieses Kapitalismus skizziert. Die Überschrift 'Unabhängiges Wirtschaftseigentum: Innovativ, sozial, individuell' deutet das Ziel an. Den Vorwurf der Spekulation kann Sahra Wagenknecht mit existierenden Beispielen und Ansätzen widerlegen. Ihre konkreten Vorschläge müssten den Mainstream-Diskurs erreichen und können in ihrer Konkretion die Diskussion um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, auf eine greifbare Stufe heben.
Eckhard Dietz
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Fleischeslust
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Haben Sie es auch satt?
Fleischeslust & Bürgerfrust
Na so eine Aufregung aber auch! Kaum hatte sich das Umweltbundesamt für eine erhöhte Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte ausgesprochen, liefen Medien und Politik Sturm und der besorgte Bürger sah schon leere Teller und Tassen vor sich. Ja, wenn man sich nur so aufregen würde, wie Natur und Klima kaputt gemacht werden durch profitorientiertes Agrobusiness samt damit verknüpfter Chemie-Pharma- und Düngerindustrie. Da wird so lange differenziert und argumentiert, bis die Probleme klein geredet sind.
Und wo bleibt der mediale Sturm der Entrüstung über miese Arbeitsbedingungen und mickrige Löhne in der vermachteten Fleischindustrie, die das ganze Fleisch aus der Massentierhaltung verarbeitet? Selbst die Mehrheit der Esser im Lande hat dafür keine Antennen, denn die Folgen für Umwelt, Klima und das Arbeitsleben in der Fleischindustrie spürt und fühlt man nicht beim Essen in den Ballungszentren und großen Städten. Seit Jahrzehnten bewegt sich nur wenig mit Blick auf eine gesunde Ernährung, sieht man einmal ab vom Boom für Biolebensmittel für besser Verdienende. Hauptsache billig und Masse statt Klasse.
Ernährungsbedingte Gesundheitskosten
Und so sieht die Ernährung denn auch aus: zu fett, zu süß und zu salzig. Ernährungsbedingte Krankheiten sind seit langem für jährliche Kosten von mehr als 70 Milliarden Euro verantwortlich. Das sind über den Daumen 30 Prozent aller Gesundheitskosten. Darunter das Problem, dass immer mehr Menschen dick werden. Vor allem solche, denen es nicht gut geht, die keine oder schlechte Jobs haben und sich das Leben wenigstens etwas versüßen oder einen Teller mit möglichst viel drauf haben wollen.
Ein Vorschlag des Landwirtschaftsministeriums selbst
Es muss sich was ändern im Bereich der Ernährung. Dazu gibt viele gute Vorschläge, die in ihrer Gesamtheit wirksam werden können und angegangen werden müssen. Einer davon ist die besagte Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte. Hier drischt man auf das Umweltbundesamt ein, dass es nur so kracht und verschweigt fast überall, dass der Vorschlag selbst – Ironie der Geschichte - aus dem Herzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums stammt; nach Beratung durch dessen wissenschaftliche Beiräte in einem Gutachten vom November 2016 zum Klimaschutz in Land- und Forstwirtschaft. Die waren für die Erhöhung und haben zugleich gefordert, die Maßnahme sozialpolitisch zu flankieren.
Flankierende Maßnahmen sinnvoll
Richtig so. Den Fleischkonsum etwas reduzieren und gleichzeitig, so die Chefin des Umweltbundesamtes, pflanzliche Lebensmittel und öffentliche Verkehrsmittel billiger machen. Das schone das Klima und käme den Steuerzahlern unmittelbar zugute. Noch besser wäre es, mit den zusätzlichen, jährlichen Mehrwertsteuereinnahmen (veranschlagt werden rund 5,2 Milliarden Euro) direkt gering Verdienende und Hartz IV-BezieherInnen zu entlasten, insbesondere durch ermäßigte ÖPNV-Tickets oder Mietzuschüsse.
Detlef Bimboes
Eine ausgezeichnete anschauliche Darstellung der weltweiten Agrar- und Lebensmittelindustrie ist soeben erschienen: der KONZERNATLAS.
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LINKE in der BVV:
Schluss mit dem Stillstand in der Jugendpolitik
von Niklas Schenker, Vorsitzender der Fraktion der LINKEN in der BVV
Schon zu Beginn des Jahres setzt die Linksfraktion erste wichtige Akzente: Nicht nur, dass mit einer progressiven Mehrheit von rot-grün-rot ein Jugendförderplan auf den Weg gebracht wird, der dafür sorgen soll, dass endlich nachvollziehbar Defizite und ungenutzte Potentiale im Jugendhilfebereich dargestellt und überwunden werden sollen. Auch die Basisdemokratie und politische (Selbst-)Organisierung der Schüler*innen soll gestärkt werden.
Kinder- und Jugendbüro und Schüler*innen -vollversammlung!
DIE LINKE initiiert, unterstützt von SPD und Grünen, die Einrichtung eines Kinder- und Jugendbüros, das Jugendliche niedrigschwellig über ihre Rechte aufklärt und sie bei der Durchführung lokaler politischer Projekte unterstützt, wie „U18-Wahlen“ oder einem Stadtteilprojekt zur Verschönerung von Kiezen. DIE LINKE verknüpfte ihre Tolerierung der rot-grünen Zählgemeinschaft an verschiedene Bedingungen: das waren neben anderen Punkten, wie der Ausweisung eines Milieuschutzgebietes im Klausenerplatz und der extensiven Schaffung zusätzlicher sozialer Infrastruktur im Bezirk die Einrichtung eines solchen Kinder- und Jugendbüros.
Außerdem fordert DIE LINKE durch einen im Januar gestellten Antrag die Schaffung einer Schüler*innenvollversammlung, die mindestens einmal im Schulhalbjahr alle Schüler*innen im Bezirk, getrennt nach Stadtteilen und Alter zusammenbringen soll, mit dem Ziel aus ihrer Sicht (bezirks-)politische Schwerpunkte zu entwickeln.
Das Besondere daran: Die Ergebnisse, die Kinder und Jugendliche so zusammentragen, sollen dem Bezirksamt als Handlungsaufträge dienen. Für die kritische Stadtgesellschaft, die Kinder und Jugendlichen entstehen so Maßstäbe, an denen sie die Bezirkspolitik messen können.
Ausgleichszahlungen für Jugendarbeit nicht eingesetzt
Aber: Vieles von dem was der Bezirk braucht, die Jugendlichen wollen und DIE LINKE fordert, kostet Geld und das investiert der Bezirk lieber an anderen Stellen: Seit Jahren erhält Charlottenburg-Wilmersdorf, das von allen Bezirken am wenigsten für Jugendarbeit ausgibt (!), von 10 anderen Berliner Bezirken Ausgleichszahlungen aus dem sogenannten „Kennzahlgestützten Planmengenverfahren“ zur Erhöhung des Etats der Jugendhilfe.
Doch: Aus den zweckgebundenen gezahlten Transferzahlungen der anderen Bezirke kommt nichts in der Jugendarbeit an. Das Kinder- und Jugendparlament im Bezirk beschäftigt sich schon seit 6-7 Jahren mit dem Verbleib dieser Gelder, die es auf bis zu einer Million Euro jährlich schätzt. DIE LINKE fordert nicht nur offenzulegen, welche Mittel in welcher Höhe von den anderen Bezirken nach Charlottenburg-Wilmersdorf geflossen sind, sondern auch, wohin diese unberechtigter Weise gegangen sind. Sie fordert, dass der Bezirk alle ihm aus dem Planmengenverfahren zugewiesenen Mittel rückwirkend (!) und unverzüglich an die Jugend im Bezirk zurückgibt und in die Jugendarbeit investiert. Und um langfristig die Qualität der Jugendarbeit zu sichern, fordert DIE LINKE die Höhe des Jugendarbeitshaushalts personengebunden, also bedarfsgerecht, pro Jugendlichen im Bezirk zu berechnen und als „Zweckzuweisungen“ im Haushalt zu deklarieren. Dadurch können notwendige Investitionen z.B. durch Haushaltssperren nicht mehr verhindert werden.
Für eine gerechte Jugendpolitik
Gemeinsam mit vielen anderen Punkten für eine gerechte Jugendpolitik, formuliert DIE LINKE eine progressive und gerechtigkeitsorientierte Agenda, die insbesondere den ärmeren Kindern und Jugendlichen in diesem Bezirk zu Gute kommt. Gerade diese sind auf die Leistungen der Jugendhilfe und Jugendarbeit angewiesen, die in der Vergangenheit kaputtgespart wurden. Dass DIE LINKE in der BVV den Vorsitz im Schulausschuss stellt, stärkt ihre Durchsetzungskraft zusätzlich und unterstreicht ihre Expertise.
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Westbrache zwischen S-Bahnhof Charlottenburg und Westkreuz:
Kein Bebauung – es bleibt beim Park
Nach dem mit großer Mehrheit gefassten Beschluss der BVV am 19.1 bleibt es bei den Plänen für einen Park.
Vor der Einleitung eine Bebauungplanverfahrens, so Stadtrat Schruoffeneger, sei zunächst eine Änderung des Flächennutzungsplans Berlin notwendig. Dies sei auf Senatsebene in Gange. Daneben seien noch notwendige Gutachten für das Bezirksamt in Arbeit. Er nannte die Monate März/April als erwartetenTermin für deren Vorlage. Problematisch ist die Tatsache, dass die – nicht erschlossene – Fläche zur Zeit der Deutschen Bahn gehört, die sie Investoren für eine Bebauung anbietet.
Wie die Luxuswohnungen an den Mann (oder die Frau) gebracht werden sollen, erschließt sich nicht so recht. Da man doch vermutlich den vorbeidonnernden Zügen und S-Bahnen durchs Fenster direkt aufs Dach klopfen kann.
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„Wunder dauern etwas länger“
Koalition unter Druck
Seit dem 8. Dezember steht der neue Senat und schon werden Wunder gefordert und die Meute hetzt gegen die Personalie Andrej Holm. Sie hat ihn erlegt. Beides wirft ein bezeichnendes Licht auf die Politikverfassung dieser Stadt.
Die Meute, das sind nicht die Opfer der DDR-Diktatur – allenfalls ihr Oberopfer Hubertus Knabe ist kräftig dabei. Dabei sind alle Kräfte von AfD, CDU bis hinein in die SPD, die im Interesse von Bau- und Mietspekulanten Personen und Kräfte bekämpfen, die ihnen ihr Handwerk legen oder zumindest bloßlegen können und wollen. Mit diesem Stellvertreterkampf polieren sie gleichzeitig ihr lobbyistisch-verfilztes Image auf und spielen sich in einer Art Doppelmoral (s. rot-schwarze Koalition) als die Richter auf. Die einschlägige Presse ist gern dabei und 'opfert' ganze Brandseiten gegen Holm und DIE LINKE.
Verbände reiben sich die Hände
Da musste der Regierende einknicken. Die Verbände der Wohnungsbau- und Mietindustrie konnten nach einem kurzen eigenen Statement händereibend der Kampagne zusehen.
Am klarsten hat dies unser Intimfeind Götz Aly (s. auch Artikel auf Seite 4) erkannt, der in einer Kolumne der Berliner Zeitung die 'Stasi-Verfehlung' Holms als nebensächlich, verzeihlich und vorgeschoben kennzeichnet. Aly hat sich vielmehr in politische Aussagen Holms verbissen. Er findet bei ihm z.B. das Wort 'Selbstermächtigung' – ein Begriff, der wie kein anderer bedeutet, dass das Wahlvolk, die Betroffenen sich selber die Macht nehmen müssen, die eigentlich von ihnen ausgehen sollte. Das ist für Aly der Stein des Anstoßes. Wahre Demokratie, Emanzipation und Selbstermächtigung, das könnte diese Gesellschaft ändern – da muss sich Götz Aly in die Meute einreihen.
Soweit, so gut erledigt – reicht aber nicht! Wunder müssen her:
Statt 6000 neuer Wohnungen jährlich – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – werden 2017 voraussichtlich nur 3000 Wohnungen gebaut.
Das veranlasst Medien wie z.B. den RBB – dem diese Koalition sowieso ein Dorn im Auge zu sein scheint - schon von gebrochenen Versprechen zu reden.
· Unerheblich, dass die Koalitionsvereinbarung einen auf fünf Jahre vorgesehenen DURCHSCHNITT von 6.000 neuen Wohnungen nennt.
· unerheblich, dass Bauen in diesen Größenordnungen immer langsam beginnt (Planung!), und erst danach Fahrt aufnimmt
· Unerheblich, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften diese Planung, diese Aufträge und die nötige Unterstützung durch den Senat erst nach seiner Konstituierung bekommen konnten.
Dieser Koalition und der Öffentlichkeit muss gezeigt werden, dass sie es nicht kann!!
Kann sie kurzfristig dann doch etwas, wie z.B. die Verbesserung der Terminsituation in den Bürgerämtern zeigt der RBB ausgerechnet den CDU-Stadtrat Arne Herz aus Charlottenburg-Wilmersdorf, der natürlich erfreut die Verbesserungen kommentiert, obwohl seine Partei daran nicht den geringsten Anteil hat. Eine Bemerkung, dass alle Stadträte, egal welcher Farbe, weisungsgebundene Beamte der Senatsfinanzverwaltung sind - und damit ein Hinweis auf die Urheber der Sache – unterbleibt.
Schnelle Verbesserungen
Dass jetzt Turnhallen als Notunterkünfte für Geflüchtete Zug um Zug und schneller als erwartet frei werden, ist unbedeutend geworden verglichen mit dem 'Skandal', dass ein Staatssekretär für Stadtentwicklung, der sich fachlich kompetent schon lange und basisorientiert für die Belange von Mietern einsetzt die falsche Biografie hat.
Umfragen über ein Nachlassen der Sympathien für die Koalition - nach Wahlen der Normalfall - , bestimmen die Titelseiten großer Zeitungen. Mit Umfragen kann man Wahlergebnisse beeinflussen und Regierungen unter Druck setzen. Genau das findet statt.
Wir werden an dieser Stelle sehr aufmerksam und wachsam verfolgen und berichten.
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Mehr Schwung bei der Terminvergabe durch Bürgerämter:
Geht doch!
Die Terminvergabe durch die Bürgerämter war jahrelang erbärmlich. Der rot-rote Personalkahlschlag in der Vergangenheit kann dafür auch nicht allein verantwortlich gemacht werden. Auch die Organisation der Aufgabenerledigung spielt eine gewichtige Rolle. Alles in allem für mich als ehemaligen langjährigen Beschäftigten in einer westdeutschen Verwaltung ein Unding und undenkbar. Das befördert Staatsverdrossenheit und hilft rechten Parteien. Es bedurfte erst eines öffentlichen Donnerwetters, das sich nun die Dinge ein wenig zum Besseren wenden. Im Verlaufe des vergangenen Jahres bekamen dann alle Bezirke jeweils fünf Stellen mehr für die Bürgerämter. In unserem Bezirk sind von September bis Oktober sogar 13 Stellen in den Bürgerämtern neu besetzt worden. Die Wartezeit auf einen Termin beträgt derzeit je nach Standort zwei Wochen (Wilmersdorfer Straße), vier Wochen (Heerstraße) und sechs Wochen (Hohenzollerndamm). Da ist noch Luft nach oben in diesem Jahr. Die rot-rot-grüne Koalition hat dazu vereinbart, dass alle BürgerInnen innerhalb von 14 Tagen ihr Anliegen in einem Berliner Bürgeramt erledigen können.
Detlef Bimboes
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Diesen bemerkenswerten Beitrag aus der Rationalgalerie drucken wir mit freundlicher Genehmigung des Autors ab. Leider bleibt einem das Lachen, das sich hier und da einstellen will schnell im Hals stecken.
Uli Gellermann, RATIONALGALERIE:
Putin ist der Feind
So bereitet man Kriege vor
Man sieht ihn förmlich vor sich: Wladimir Putin, wie er mit den Tasten seines Computers spielt. Gemütlich wahrscheinlich, in einer dieser Kreml-Räume, die nie ein Mensch betreten hat, wo er die Bits und Bytes mit der Häkelnadel aneinander knüpft, wie er die Software im Samowar weichkocht, wie sein magischer Blick die fernen Weiten des Cyberspace durchdringt und dann, ja, was dann?
Dann wird er sich im Computer von Hillary Clinton häuslich eingerichtet haben, ihre E-Mails gelesen und sie dann, Mail für Mail, in die Öffentlichkeit des US-Wahlkampfs geworfen haben. So oder so ähnlich muss es gelaufen sein, wenn man einer von Hass besoffenen US-Macht-Fraktion und ihren Epigonen in den deutschen Medien glauben wollte. So sehen Wahlverlierer aus.
„US-Geheimdienste: Putin ordnete Hackerangriffe an“,
kotzt die SÜDDEUTSCHE auf den Medientisch. Die lächerlich neutrale Schweiz kotzt mit: „Putin lancierte Attacken auf US-Wahl“, verbreiten Schweizer Radio und Fernsehen. Sogar das Insel-Radio auf Mallorca betreut die deutschen Residenten mit der Putin-Hacker-Meldung. Auch die STUTTGARTER NACHRICHTEN, dort wo der Killesberg die Wasen küsst und Kretschmann die Merkel herzt, wissen es ganz genau:
„USA machen Putin für Beeinflussung von Wahl verantwortlich“, jetzt sind es nicht nur die US-Dienste, jetzt ist es die komplette USA.
Alle, alle sind sie dabei bei der Hatz: FOCUS, ZEIT, FAZ, alle geifern und eifern: Der Putin war´s! Der stinkende Meinungsjournalismus der TAGESSCHAU setzt zwar noch Alibi-Anführungszeichen, bleibt aber mit seinem Mäntelchen hart am Wind der deutschen Regierung: "Putin befahl eine Kampagne“, weiß Rolf Büllmann, aus dem ARD-Studio Washington und nennt den totalen Beweis: "Mit einer Vielzahl von Quellen" würden die US-Geheimdienste die Anklage gegen Putin begründen. Besser geht Journalismus nur noch auf dem Klo, wenn man sich der BILD-Zeitung bedient...
Vollständiger Artikel auf www.Rationalgalerie.de.
Unsere Empfehlung: Besuchen Sie die lesenswerte Web-Site mit den Kommentaren Uli Gellermanns regelmäßiG
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